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Auf in die Berge

Pilgern Sie durch das kleinste Mittelgebirge Deutschlands mit seinen smaragdgrünen Steinbrüchen und phantasievollen Felsen. Zur Rast empfehlen wir die urige Hochsteinbaude.
Bis Löbensmüh laufen Sie vom Bahnhof wie in Route 1 beschrieben. In Löbensmüh folgen Sie dem roten Punkt weiter geradeaus. Achten Sie im Wald darauf, dass Sie immer dem roten Punkt, später dem roten Strich gen Norden folgen und diese Markierung im Auge behalten, denn an der Weggabelung, wo sich die Wanderrouten kreuzen, kann man sich schnell für die falsche Richtung entscheiden.

Der Straße, die Königshain und Hilbersdorf miteinander verbindet, folgen Sie nach rechts, bis Sie nach Königshain gelangen. Hier empfiehlt sich am Ortseingang ein kleiner Abstecher ins Granitmuseum: Zwischen 1844 und 1975 wurde in den Königshainer Bergen Granitgestein abgebaut. Eingesetzt wurden die Königshainer Steine zum Beispiel beim Bau des Görlitzer Neißeviaduktes und des Berliner Reichstages. Das Museum berichtet vom schweren Los der Steinarbeiter. Außerdem zeigt es den Werdegang des Steins vom Bruch bis zu seiner Verarbeitung.
Wer möchte, nimmt vom Granitmuseum gleich die Abkürzung zum Pilgerweg in die Königshainer Berge. Doch ein paar Schritte mehr durch Königshain lohnen durchaus, denn im Ort selbst lädt das historische Königshainer Schloss zu einer verdienten Pause mit Besichtigung: Kein imposanter Bau erwartet hier den Besucher, sondern ein einfaches ländliches barockes Herrenhaus, das in den letzten Jahren schön saniert und hergerichtet wurde. Dem zweigeschossigen Hauptbau stehen links und rechts zwei kleine Nebengebäude zur Seite, mit diesem verbunden durch je einen kleinen Gang.
Während die Angestellten in dem einen Haus kochten, wohnten und schliefen die Gäste im Kavalierhaus. Wohl berühmtester Besitzer des Schlosses war Carl Adolph Gottlob von Schachmann. Er betätigte sich als Altertumsforscher, Kunstsammler und Kupferstecher. Aus innerer Überzeugung hob er bereits zehn Jahre vor der Französischen Revolution die Erbuntertänigkeit und die damit verbundenen, oftmals harten Frondienste seiner Bauern auf.
 
Für unsere Wanderroute gehen Sie auf der Dorfstraße ein kleines Stück bis zur Schmiede zurück. Hier führt ein Wanderweg geradewegs in die Königshainer Berge: Sie gelten als das kleinste Mittelgebirge Deutschlands. Nicht sichtbar für den Wanderer, liegt unter den Bergen der längste Autobahntunnel Deutschlands, der zum Schutz der Natur beim Bau der Autobahn Dresden – Görlitz angelegt wurde. Naturschutz hat in der Region übrigens Tradition. 1840 kaufte der preußische König den Totenstein. Er schenkte ihn der Gemeinde, doch diese sollte ihn für immer so lassen, wie er war – und bis heute ist.
An der Wegkreuzung zwischen Liebsteiner Berg und Schwalbenberg stoßen Sie auf den Ökumenischen Pilgerweg, den wohl östlichsten Teil des Jacobsweges, erkennbar an der Jacobsmuschel als Wegzeichen. Wenden Sie sich nach links und folgen Sie ein Stück dem Pilgerweg durch die Königshainer Berge: Spätestens seit Harpe Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ ist das Pilgern in Deutschland in aller Munde. Die mittelalterliche Handelsstraße Via Regia verband den Nordosten Europas mit dem Südwesten des Kontinents und führte so zahlreiche Pilger nach Santiago de Compostela. Auf ihren Wallfahrten trugen die Gläubigen einen weiten Mantel, eine Tasche und den Pilgerstab mit Kalebasse. Beschwerlich war der Weg, die Suche nach Erkenntnis und spirituellen Erlebnissen jedoch gab den Reisenden Kraft. Auch die modernen Pilger von heute, Christen wie Nichtchristen, suchen im tagelangen Laufen die Nähe zur Natur und damit ein anderes Verhältnis zu Zeit und Geschwindigkeit als es der Alltag sonst erlaubt. Begegnungen mit Menschen am Weg und ungewohnte körperliche Anstrengung verschaffen vielen neues Bewusstsein für sich und ihre Umwelt.
Sie folgen dem roten und dem gelben Punkt vorbei an den Steinbrüchen. Einen phantastischen Rundblick können Sie vom Turm der Hochsteinbaude genießen. Wer seinen Weg abkürzen möchte, folgt ab hier der Markierung mit dem roten Strich, später dem roten Punkt gen Süden über Mengelsdorf bis Reichenbach. Wer hingegen noch genügend Puste hat, folgt dem roten Strich bis zum Pilgerweg und verlässt diesen erst kurz nach der Kirche von Hilbersdorf-Arnsdorf. In Hilbersdorf-Arnsdorf biegt die Route nach links und verläuft parallel zur Hauptstraße des Ortes. Am Ortsausgang führt der markierte Wanderweg über den Hochstein weiter in Richtung Eichberg. Durch den Wald, später über schöne Alleen, Feld und Flur geht es auf ausgeschilderter Strecke wieder bis Mengelsdorf. Ab hier laufen Sie wie auf dem Hinweg wieder zurück bis zum Bahnhof.

Alle Fakten im Überblick

Anreiseempfehlung
Start- und Endpunkt der Tour: Bahnhof Reichenbach
Haltestelle: Reichenbach Markt

Route
Dauer: ca. 6 h (Wanderung), Länge: ca. 30 km, Profil: mit mittelschweren Steigungen, Waldböden, asphaltierten Wegen und Landstraßen

Granitabbaumuseum Königshain
Dorfstraße 163 b, 02829 Königshain,
»www.oberlausitz-museum.de , Tel. 035826 60127,
Anmeldungen auch über Tel. 035828 88700, Öffnungszeiten: Ostern – 31.10.: Mo– Fr 10 – 14.30 Uhr, Sa/So 14 – 17 Uhr, Winter geschlossen, Eintritt: 2 €, ermäßigt: 1,50 €

Landkino und Pilgerquartier
In dem schön sanierten Pfarrhof wird im Sommer Kino gezeigt. Pilger finden hier Quartier.
Ev. Kirchengemeinde Arnsdorf, Arnsdorf 189, 02894 Vierkirchen,
Tel. 035827 70831,»www.landkino-arnsdorf.de
Interessante und weiterführende Details zum Ökumenischen
Pilgerweg: »www.oekumenischer-pilgerweg.de

Berggasthof Hochsteinbaude
Köstliche einfache Küche bei freundlicher Bedienung und sehr moderaten Preisen. Der 22 Meter hohe Aussichtsturm bietet bei schönem Wetter eine grandiose Fernsicht. Für Wanderer, Kletterer und Pilger besteht die Möglichkeit, für 3 € pro Person, Zelte aufzustellen.
Dorfstraße 146, 02829 Königshain, Tel. 035826 60116,
»www.hochsteinbaude.de , Öffnungszeiten: Mo – So 11–18 Uhr, Di Ruhetag!
Ein Einzelzimmer mit Frühstück kostet 30 €, ein Doppelzimmer mit Frühstück 44 €.

Restaurant und Eiscafe „Zum Hochstein“
Spezialitäten vom heimischen Wild, wie Reh, Mufflon oder Wildschwein werden Ihnen hier ebenso gereicht wie Fischgerichte aus heimischen Gewässern und gute Hausmannskost.
Außerdem: Vermietung von zwei Ferienwohnungen.
Dorfstaße 171, 02829 Königshain, Tel. 035826 60133,
Öffnungszeiten: Di – Sa 12 – 21 Uhr, So / Feiertag 11 – 21 Uhr